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Der Wiener Opernball

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Die Tradition des Opernballes führt zurück in die Zeit von 1814/15 – der Zeit des Wiener Kongresses. An dieses politische Ereignis anschließend veranstalteten die Künstler der Hofoper Tanzveranstaltungen. Ein Opernball am heutigen Standort fand erstmals als Hofopern-Soirée am 11. Dezember 1877 statt. Einnahmen aus dieser Veranstaltung waren dem Opernpensionsfonds gewidmet.

Nach dem Ende der Donaumonarchie fand man sehr schnell wieder zurück zur Balltradition: Bereits am 29. Jänner 1921 fand (zugunsten der Altpensionisten der beiden Staatstheater) die erste Opernredoute der Ersten Republik statt.

Der erste Ball unter dem Namen Wiener Opernball wurde am 26. Jänner 1935 unter dem Ehrenprotektorat von Bundeskanzler Kurt Schuschnigg zugunsten der Winterhilfe veranstaltet. Seitdem findet er (fast) alle Jahre am letzten Donnerstag im Fasching in der Wiener Staatsoper statt. Ausnahmen waren meist Zeiten kriegerischer Auseinandersetzungen, wie beispielsweise der Zweite Weltkrieg. 1939 wurde er trotz des bevorstehenden Ausbruchs des Krieges auf Anordnung der deutschen Reichsregierung durchgeführt.

Am 9. Februar 1956 wurde er erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg wieder veranstaltet. Eine weitere Unterbrechung war 1991 auf Grund des Golfkriegs, bei dem man die Sicherheit der zahlreichen in- und ausländischen (Staats-)Gäste nicht garantieren konnte.

2005 wurde der Wiener Opernball erstmals zur „rauchfreien Zone“ erklärt. Lediglich in zwei Rauchersalons und dem Annex des Logenumganges durfte geraucht werden. 2007 waren erstmals Blindenhunde am Opernball erlaubt. Ab der Saison 2008/2009 besteht in der Wiener Staatsoper ein generelles Rauchverbot ohne Ausnahme - am Opernball wurden jedoch kleinere Raucherbars eingerichtet.

Beim Ball im Jahr 2011 wirken erstmals auch die Wiener Philharmoniker bei der Eröffnung mit.

An der Eröffnung sind rund 180 Tanzpaare beteiligt – das Jungdamen- und Herrenkomitee. Der Ball beginnt mit dem Einzug des Bundespräsidenten in seine Loge, der von einer Fanfare begleitet wird. Unmittelbar nach der Bundeshymne und Freude, schöner Götterfunken zieht der erste Teil des Komitees zu den Klängen der von Carl Michael Ziehrer komponierten Fächerpolonaise in den Ballsaal ein. Nach den obligatorischen Einlagen wie Gesangs- und Tanzvorführungen folgt im zweiten Teil der Einzug der Tanzpaare.

Im Jahr 2010 gab es erstmals eine Neuerung beim Einzug des Jungdamen- und Herrenkomitees: Es zogen bereits zu Beginn, nach den Hymnen, alle 176 Tanzpaare zu Frédéric Chopins Polonaise in A-Dur, Op. 40 ein, um nach den künstlerischen Darbietungen den Ball zu Johann Strauss' Warschauer-Polka zu eröffnen.

Anschließend wird traditionell mit dem von Johann Strauß geprägten Kommando „Alles Walzer“ die Tanzfläche für alle freigegeben.

Zu Mitternacht folgt die Mitternachtsquadrille. Um 3 Uhr früh folgt eine weitere Quadrille. Beendet wird der Ball um Punkt 5 Uhr früh.

Traditionsgemäß spielt das Opernballorchester am Ende folgende drei Stücke: Donauwalzer, Radetzkymarsch und „Brüderlein fein“ aus dem Stück „Der Bauer als Millionär“ von Ferdinand Raimund. Üblicherweise nehmen die letzten Gäste Teile des Blumenschmucks als Erinnerung mit, auch wenn dies offiziell nicht erlaubt ist.

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